Schwere Schicksale und strahlende Gesichter: Erfahrungen aus Indien
Bericht von Dr. med. Kurt Mosetter im Januar 2010

Im Zentrum des Gerdi Gutperle Agasthiyar Muni Child Care Centre (GGAMCCC) entwickelte sich innerhalb der letzten 20 Monate eine außergewöhnliche Abteilung für Myoreflextherapie und Rehabilitation. Geplant und angekündigt durch Gerdi Gutperle, durch den im März 2008 durch Kurt Mosetter angeordneten Behandlungsraum entscheidend erweitert, kontinuierlich professionell geführt durch die mehrdimensional kompetente Oberschwester Britto, etabliert über regelmäßige Aktivitäten engagierter Leute aus der Myoreflextherapie – Manuela Kaess, Eberhard Jörg, Justin Guest, Brigitte Harrer, Hans Leonhardy –, kommen heute aus ganz Südindien viele Eltern, Großeltern und Freunde mit ihren Kindern zur Myo-Behandlung.
Unter dem Antrieb von Schwester Britto, über die aktive Information über Myo-Reha in den Camps des GGAMCCC und unter der Leitung von Monic Leka. G. sind Mary Victa. S. und Aruri Isaac inzwischen zu exzellenten Myoreflex-Kandidaten gereift. Charles Russel, Remi Fidelis. J. und Jothi Lakshmi. K. ergänzen die Myo-Reha-Truppe hoch motiviert. Tägliche Myo-Weiter- und Ausbildung von 9 bis 11 Uhr wurden mit daran anschließenden achtstündigen Supervisionsbehandlungen bei höchstem Einsatz ergänzt. Täglich wird ein sehr weites Spektrum an neuromuskulären, neurologischen und orthopädischen Erkrankungen behandelt.

Bis zu zehn schwer autistische Kinder, fünf bis zehn Kinder mit Muskeldystrophien, drei bis vier Kinder mit Zerebralparesen und zahlreiche Kinder mit spastischen Störungen kommen jeden Tag in Behandlung. Sehr häufig sahen wir auch Kinder mit Rachitis, Anämien, Vitamin-A-Mangel und neuronalen Entwicklungsstörungen, welche mit Vitamin-B- und Mineralstoffmangel verbunden sind. Auch Kinder mit geburtstraumatischen Belastungen, Schiefhals, Skoliose, Epilepsie und Plexuslähmungen der oberen Extremitäten stellen sich sehr häufig vor. Mobilisiert werden diese Kinder über Behandlungs-Screening-Camps in entlegenen Dörfern.
An zwei Tagen erlebten wir diese erstaunlich offene Atmosphäre mit auffällig vielen Behinderungen und Mangelerkrankungen der Kinder. Und bei allen harten Schicksalen, denen wir täglich begegnete, waren wir doch immer wieder begeistert und gerührt von der strahlenden Freude, mit der wir empfangen wurden.
Unsere Zeit in Indien führte uns so wieder einmal eindrücklich vor Augen, in welcher Form der Einsatz hier belohnt wird: Nicht finanzielle Gewinne oder Medienrummel, sondern die offene Herzlichkeit und Dankbarkeit der Menschen vor Ort machen die Arbeit im Kinderkrankenhaus so nachhaltig lohnenswert.





